Analog Jungs – Basanta / Namaste

“Basanta” und “Namaste” heißen die beiden Titeltracks der neusten Veröffentlichung auf Mango Alley, für die die zwei Analog Jungs verantwortlich zeichnen. Hinter diesem ziemlich deutsch klingenden Pseudonym verbergen sich die beiden Argentinier Claudio Cornejo und Gustavo Ruarte aus Córdoba. Komplettiert wird das Release durch zwei Remixe von Torsten Fassbender und Imran Khan.

“Basanta” glänzt von Beginn an durch einen extrem coolen Groove. Die Bassline hat etwas jazziges an sich und das Zusammenspiel der Elemente kommt ungezwungen und natürlich daher. Die Intensität des Grooves steigert sich und es mischen sich verschwommen Piano-Chords in das Soundgefüge. Was zunächst nach Improvisation am Klavier klingt, konkretisiert sich auf dem Weg zum Break zu einer deutlichen Harmoniefolge. Die Chords treten klar hervor, der Sound ist klar umrissen und der Groove tritt für einen kurzen Augenblick in den Hintergrund. Genau in dem Moment, bevor der letzte Schwung verblasst, holt einen die erneut einsetzende Bassline wieder ab und es geht in der zweiten Hälfte des Tracks ein weiteres Mal ins groovige Getümmel.

Torsten Fassbender ist für seine detailreichen, deepen und vielschichtigen Klangwelten bekannt. Folgerichtig lässt der Berliner seinen Remix von “Basanta” mit einem Intro aus eben diesem Signature Sound beginnen, den er über die Jahre entwickelt hat. Sehr bald setzt allerdings eine treibende Bassline ein und macht deutlich, wohin die Reise geht: Fassbenders Interpretation kommt energischer und bestimmter daher und grenzt sich vom Original durch eine dunkler gestaltete Atmosphäre ab – auch die Chords und Piano-Line treten im Break deutlich prägnanter hervor. Spannend ist jedoch vor allem, dass sich der Remix nach dem eher dunkel gehaltenen Beginn ab dem Break Stück für Stück aufhellt und sich in die Grundstimmung deutlich freundlichere Züge mischen.

“Namaste”, der zweite Track der Analog Jungs auf diesem Release, tritt deutlich perkussiver auf als “Basanta”. Mit seinem rhythmischen Charakter zeigt der Track deutlich wohin er führen will: Auf den Dancefloor! “Namaste” hat einen im wahrsten Sinne des Wortes progressiven Aufbau: Auf das solide vor sich hingroovende Fundament bettet sich eine simple, aber gefällige Melodie, die sich behutsam einschleicht und – unterfüttert von einem Pad-Sound – langsam bis zum Break in den Vordergrund schiebt. Im Break umspielen sich Melodie und Pad ein wenig, bis sich ab dem Einsatz der beschriebene progressive Aufbau nun quasi wieder umgekehrt als seichter Abstieg vollzieht, was überhaupt nicht negativ auszulegen ist. Denn obwohl im Track kein richtiger Höhepunkt auszumachen ist, gibt er perkussiv und atmosphärisch beständig die Richtung vor und wirkt mit sich selbst vollkommen im Reinen – und das passt ja auch irgendwie wieder zum Titel.

Nicht ganz so sehr in sich ruhend kommt die Interpretation von Imran Khan daher. Von Beginn an treibt eine rigide Bassline durch den Track, unterstützt von einem straighten und technoid anmutenden Drumming-Korsett, peitschende Snares und Claps inklusive. Eine minimale Verschnaufpause gibts im kurzen Break, danach drückt die Nummer wieder mit allem was sie hat aus den Spreakern. Meditation dürfte bei Imran Khans Interpretation von “Namaste” eher schwierig werden.

Mango Alley hat es hier wieder geschafft, ein sehr vielseitiges Release auf die Beine zu stellen, in dem jeder einzelne Track oder Remix in eine andere Richtung strebt. Die Mischung ist dabei trotzdem absolut stimmig. Für das runde Gesamtpaket gibts vier verdiente Sterne.

Interpreten Analog Jungs

★★★

(4/5)

Titel Basanta / Namaste
Tracks/Mixes Basanta (Torsten Fassbender Remix)
Basanta (Original Mix)
Namaste (Original Mix)
Namaste (Imran Khan Remix)
Label Mango Alley
Releasedatum 30.9.2021
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