Gregor Tresher – Quiet Distortion

Mit strahlenden Augen halte ich das fünfte Artistalbum von Gregor Tresher mit dem verheißungsvollen Namen „Quiet Distortion“ auf Break New Soil Recordings in der Hand. Als langjähriger Hörer und Fan seiner Musik (wozu ich seit der Release von „Neon“ bei Anthony Rothers Imprint „Datapunk“ 2006 gehöre), habe ich auch bereits eine vage Vorstellung davon, was mich nun musikalisch in den folgenden ca. 76 Minuten erwarten könnte. Vorneweg sei gesagt: den Vibe seiner bisherigen Releases und Alben hat Gregor Tresher über die Jahre beibehalten, weiter verfeinert und so einen eigenen Sound kreiert, der sich von der Masse recht deutlich abhebt.

Die Reise hinein in das neue Album startet mit dem Introtitel „Numb“, welcher einen sphärischen Einstieg bereitet. „Surrender“ lässt erste tiefere Blicke auf Gregor´s breites Klangspektrum zu um danach mit „Consistency“ direkt einen sehr starken Peaktimetrack folgen zu lassen. Weiter auf diesem hohen Level geht es mit „Tyrant“, dessen 303-Läufe sich eng an eine doch so typische Treshermelodie schmiegen. So hypnotisch wie die Schlange Kaa kommt der Albumtiteltrack „Quiet Distortion“ daher, von der ersten bis zur letzten Sekunde für Gänsehaut sorgend. Für mein Befinden ist es der emotionalste Track des Albums.

„Safehouse“ reduziert das Tempo und gibt dem Zuhörer die Zeit um Luft zu holen, welche man bei „The Kraken“ wieder benötigt. Ein fordernder wie drückender Tune, so fesselnd wie die Fangarme eines Kraken. Auch „Riot Gear“ zieht den Hörer magisch in seinen Bann, gleichwohl die treibenden Grooves von „Depend“ – ohne lange Umwege in Richtung der Tanzfläche führend.

Eine Überraschung (selbige darf bei einem Artistalbum auch gern mit an Bord sein) bietet „Decades“ auf. Etwas an frühe Scheiben auf Datapunk oder Elektrolux erinnernd, sicher perfekt als musikalische Untermalung einer Space Night Sendung bei BR3 passend. Ältere Semester dürften sich an dieses kultige TV-Format noch erinnern. Really luv that one!

Ein Track, dem man möglicherweise schon häufiger im Club begegnen konnte, folgt mit „Goliath“. Dieses Stück wurde bereits 2015 bei John Digweed´s Label Bedrock released. Nicht wenige dürften beim Hören freudig feststellen, endlich einen der Kracher zahlreicher DJ-Sets von Karotte, Monika Kruse – und natürlich Gregor Tresher selbst – gefunden zu haben. Ein Highlight ist “Goliath” auch im Kontext dieses Albums und bietet Anlass dazu, den Lautstärkepegel erneut deutlich zu erhöhen.

Als 12. und letzter Track rundet das melancholisch anmutende „Give It All Away“ schließlich solent das fünfte Artistalbum von Gregor Tresher ab.

Durch und durch faszinierender Techno, absolut am Puls der Zeit.  Chapeau Gregor Tresher!

Interpret Gregor Tresher

★★

(5/5)

Titel Quiet Distortion
Tracks/Mixes 01. Numb
02. Surrender
03. Consistency
04. Tyrant
05. Quiet Distortion
06. Safehouse
07. The Kraken
08. Riot Gear
09. Depend
10. Decades
11. Goliath
12. Give It All Away
Label Break New Soil
Release 30.05.2016

Über 2Hoch2

Connaisseur in Electronic Music since 1992, DJ, Writer & Family Guy
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